Sparkassen in Westfalen-Lippe
Globale Veränderung – Regionale Stabilität
In einem Umfeld voller Herausforderungen haben sich die 43 Sparkassen in Westfalen-Lippe einmal mehr als robuster Finanzpartner bewährt.
2025 war ein anstrengendes Jahr für die Weltwirtschaft, mit globalen Unsicherheiten infolge geopolitischer Konflikte, zunehmenden Handelshemmnissen und anhaltenden Krisenherden. Trotz einer allmählichen Stabilisierung der Inflation blieb die gesamtwirtschaftliche Dynamik verhalten. Für Unternehmen und private Haushalte war der Blick in die Zukunft vor allem von großen Unsicherheiten geprägt. Investitionen entwickelten sich nur zögerlich. Kredite wurden vor allem für Ersatzinvestitionen und nicht für Innovationen eingesetzt – nicht, weil es an Ideen mangelt, sondern weil Planbarkeit fehlt: Bürokratie, Energiekosten und unklare Rahmenbedingungen bremsen und sorgen für Zurückhaltung.
In solch herausfordernden Zeiten kommt verlässlichen Finanzpartnern eine zentrale Bedeutung zu. Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben ihre Rolle als stabilisierender Anker der regionalen Wirtschaft erneut unter Beweis gestellt. Mit ihrer ausgeprägten Kundennähe standen sie Unternehmen und privaten Haushalten kontinuierlich zur Seite. Sie ermöglichten Investitionen und boten Orientierung in einem zunehmend komplexen wirtschaftlichen Umfeld. Durch individuelle Beratung, verantwortungsvolle Kreditvergabe und langfristig ausgerichtete Lösungen leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und Entwicklung der Region.
Standpunkt des Vorstands
Partner für Wirtschaft und Gesellschaft
Neue Perspektiven erwünscht
Von Prof. Dr. Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe,
und Jürgen Wannhoff, Vizepräsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe
Der Blick auf das Jahr 2025 verdeutlicht, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Deutschlands grundlegend verschoben haben. Verlässliche Konstanten der Vergangenheit – sicherheitspolitische Rückendeckung aus den USA, günstige Energieimporte aus Russland und stabile Absatzmärkte in China – haben an Tragfähigkeit verloren. Die geopolitischen Verwerfungen der vergangenen Jahre machen klar, dass bisherige, stark von einzeln Partnern geprägte Geschäftsmodelle an ihre Grenzen stoßen. Für Deutschland bedeutet dies, wirtschaftliche Beziehungen breiter aufzustellen und neue Partnerschaften zu entwickeln. Zunehmend rücken dabei sogenannte Mittelmächte in den Fokus. Erste Schritte, etwa die intensivierte Zusammenarbeit mit Indien, weisen in diese Richtung und eröffnen neue Perspektiven für Handel, Investitionen und Innovation.
Für die Unternehmen in Westfalen-Lippe geht damit eine Phase der strategischen Neuausrichtung einher. Neue Märkte müssen erschlossen, Lieferketten diversifiziert und Investitionen in Transformation und Wettbewerbsfähigkeit vorangetrieben werden. Die Sparkassen in Westfalen-Lippe begleiten diesen Prozess verlässlich. Mit ihrer tiefen regionalen Verwurzelung, ihrer Nähe zu den Kundinnen und Kunden sowie ihrer ausgeprägten Finanzierungskompetenz unterstützen sie Unternehmen und private Haushalte bei der Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen und bei der Nutzung neuer Chancen.
Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds haben sich die 43 Sparkassen in Westfalen-Lippe stabil und leistungsfähig gezeigt. Ihre solide Entwicklung unterstreicht, dass sie auch in Zeiten des Umbruchs ein verlässlicher Partner für die Menschen und die Wirtschaft in der Region sind und einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit leisten.
Wohnungsbau kommt nicht in Schwung
Nach zwei Jahren mit starkem Rückgang der Bauinvestitionen verzeichneten die Sparkassen im Jahr 2024 erstmals wieder positive Signale verbunden mit der Hoffnung auf eine Trendwende. Im Jahr 2025 hat sich der positive Trend zwar weiter fortgesetzt – zu einem wirklichen Aufschwung fehlt allerdings noch ein gutes Stück. Das Neugeschäftsvolumen liegt immer noch deutlich unter dem Niveau des Jahres 2022.
Der Baupreisindex des statistischen Bundesamts zeigt, dass Bauen in den letzten vier Jahren um mehr als 40 % teurer geworden ist. Die Einkommen der privaten Haushalte sind in diesem Zeitraum nicht annähernd so stark gewachsen. Zahlreiche Haushalte können sich die Erfüllung des Traums von der eigenen Immobilie aktuell nur schwer leisten.
Gewerbliche Investoren halten ihre Vorhaben vielfach ebenfalls zurück. Teure Grundstücke, hohe Auflagen und zeitlich schwer kalkulierbare Genehmigungsverfahren sind dafür genauso Gründe wie die Personalknappheit im Handwerk und Materialengpässe. Unterstützungen beim Eigenkapitalaufbau, Steuervorteile und Bürokratieabbau könnten dabei helfen, eine echte Trendwende im Wohnungsbau herbeizuführen.
Sparen: Die Menschen legen weniger Geld auf die Seite
Auf der Passivseite können wir festhalten: Die Sparkassen bieten ein breites Spektrum an flexiblen sowie kurz-, mittel- und langfristigen Sparprodukten – mit attraktiven Zinsen. Allerdings spüren die privaten Haushalte die gestiegenen Lebenshaltungskosten deutlich. Allein die Lebensmittelpreise sind in den letzten fünf Jahren um fast 40 % angestiegen.
Im Ergebnis sehen wir, dass die Sparquote im Jahr 2025 von 11,2 % auf 10,5 % zurückgegangen ist. Das ist allerdings noch keine besorgniserregende Entwicklung, denn die 10,5 % liegen im Mittel der letzten Jahre und sind auch im internationalen Vergleich ein hoher Wert.
Wertpapiere rücken in den Fokus der Privathaushalte
Bei sinkenden Zinsen schauen sich die Menschen nach renditestärkeren Anlageformen um – so auch im vergangenen Jahr. Sie sind fündig geworden und haben verstärkt in Wertpapiere umgeschichtet.
Gefragt waren vor allem Investmentfonds, die im Gegensatz zu Einzelwerten eine bessere Risikostreuung bieten. Hier hat sich der Nettoabsatz im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Diese Verdoppelung ist ganz überwiegend in Wertpapiersparverträge geflossen! Allein in Westfalen-Lippe haben die Menschen im vergangenen Jahr 77.000 neue Wertpapier-Sparverträge eröffnet. Insgesamt verwaltet die Fondsgesellschaft der Sparkassen, die Deka, mittlerweile 8,8 Millionen Wertpapiersparverträge – so viele wie nie zuvor.
Das Wertpapiersparen ist ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge. Dass diese Botschaft der Beraterinnen und Berater in den Sparkassen bei immer mehr Kundinnen und Kunden ankommt, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.
Neugeschäft mit Unternehmenskrediten erholt sich langsam
Das Kreditgeschäft mit Firmenkunden erholt sich. Das zeigt sich im Neugeschäft: Die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbständige nahmen um 19,2 % zu. Das ist ein echtes Signal: Wo Vorhaben tragfähig sind, steht Finanzierung bereit.
Gleichzeitig bleibt die Realität: Das Niveau von 2022 ist noch nicht wieder erreicht. Kredite werden vor allem für Ersatzinvestitionen und nicht für Innovationen eingesetzt. Es mangelt nicht an guten Ideen – es fehlt die Planbarkeit. Bürokratie, Energiekosten und unklare Rahmenbedingungen bremsen den Mittelstand aus.
Die Unternehmen hoffen auf dringend erforderliche Weichenstellungen und Impulse für einen wirtschaftlichen Neustart. Klare Strukturreformen und entschlossene Entscheidungen für mehr Wachstum und Sicherheit sind notwendig, um einen gemeinsamen Weg aus der Wirtschaftskrise zu finden.
Sparkassen bauen auf Künstliche Intelligenz bei absoluter Datensouveränität
Sparkassen nutzen jede sich bietende Möglichkeit, um Künstliche Intelligenz (KI) als Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft zu nutzen. Sie investieren jährlich zweistellige Millionenbeträge in KI-Systeme, um Qualität, Sicherheit und Effizienz im Sparkassen-Alltag zu steigern.
Allein in Münster arbeiten mehrere hundert Spezialisten bei der Finanz Informatik (FI) sowie im Kompetenzzentrum „Web Computing“ an KI-Projekten. Fokusfelder sind die Automatisierung von Prozessen, die Betrugsprävention sowie der intelligente Assistent S-KIPilot, der bereits für die meisten Beschäftigten der S-Finanzgruppe zur Verfügung steht. Er läuft ausschließlich in eigenen Rechenzentren der FI und garantiert damit absolute Datensouveränität.
Der S-KIPilot ermöglicht Zugriff auf interne Daten, die Generierung von Texten und effizientere Kundenberatung. Zum Einsatz kommt KI auch bei Kreditvergaben, im Wertpapiergeschäft sowie bei der Überprüfung von jährlich Milliarden Überweisungen auf Betrugsversuche, teils in Echtzeit.
Sparkassen sind nicht nur Anwender, sondern auch Innovationstreiber. Sie können Kunden und Kommunen dabei unterstützen, KI-Investitionen zu planen und zu finanzieren. Und sie können vor allem Vertrauen stiften – durch sichere Infrastrukturen, durch Erfahrung im Risikomanagement und durch Nähe zu den Betrieben vor Ort.
Sparkassen steigern erneut Arbeitgeber-Attraktivität
Die 43 Sparkassen in Westfalen-Lippe beschäftigten im Jahr 2025 21.889 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Institute noch einmal 7 % mehr junge Menschen eingestellt, die den Beruf der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmannes erlernen möchten. In Zahlen sind das 624 neue Auszubildende. Die Ausbildungsplätze waren sehr begehrt: Insgesamt haben sich 8.494 junge Menschen bei den Sparkassen beworben. Nachdem im Jahr 2024 zwölf Bewerbungen auf jeden Ausbildungsplatz entfielen, waren es im Jahr 2025 vierzehn Bewerbungen.
Zu dieser sehr positiven Entwicklung tragen viele Maßnahmen zur Stärkung der Arbeitgeber-Attraktivität bei. Dazu zählt die Verstärkung der Maßnahmen zur Gewinnung von Auszubildenden, ein aktives Personalmarketing (Kampagnen, Social Media, Karriereportale) und die Arbeitgeber-Kampagne der Sparkassen: „Wir machen den Job wahr, den du dir vorstellst“.
Förderung für die Region auf hohem Niveau
Sparkassen stehen für Partnerschaftlichkeit und gute Lösungen – auch und gerade in schwierigen Zeiten: Die Sparkassen in Westfalen-Lippe haben im Jahr 2025 gemeinsam 138 Millionen Euro gespendet, gestiftet oder an kommunale Träger ausgeschüttet. Darüber hinaus zahlten sie 557 Millionen Euro gewinnabhängige Steuern. Allesamt kraftvolle Impulse für die Region, auf die wir auch im Jahr 2026 setzen können!
Das Geschäftsjahr 2025
Stabiles Wachstum in schwierigem Umfeld
Die Sparkassen haben vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen im Jahr 2025 eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung zu verzeichnen und sind gewachsen. Im Überblick skizziert: Die Bilanzsumme der 43 Institute stieg im vergangenen Jahr um 3,9 Mrd. € auf 170,6 Mrd. € an.
Die Kundeneinlagenbestände nahmen spürbar zu – und zwar 125,2 Mrd. € auf 127,2 Mrd. € (+2,0 Mrd. € / +1,6 %). Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand: Genauso wie die Unternehmen hielten sich auch die Privathaushalte mit Investitionen und Konsum zurück und legten mehr Geld zur Seite.
Das Wachstum der Kreditbestände hat sich erholt: Nachdem im Vorjahr nur ein Wachstum in Höhe von 1,2 % auf 118 Mrd. € zu verzeichnen war, stieg der Bestand im Jahr 2025 um 2,6 % auf 121,1 Mrd. € an. Die Darlehenszusagen im Wohnungsbaugeschäft mit Privatkunden sind um 20,9 % auf 6,7 Mrd. € gewachsen, das Neugeschäft mit Unternehmenskunden summierte sich auf 11,7 Mrd. € - das übertrifft das Ergebnis des Vorjahres um 19,2 %.
Um die Details über das Geschäftsjahr 2025 der westfälisch-lippischen Sparkassen zu erfahren, klicken Sie einfach rechts auf die Überschriften. Festzuhalten bleibt noch: Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ist es den Instituten gelungen, ein auskömmliches Jahresergebnis zu erzielen. Auch hierzu finden sich mehr Details auf den folgenden Seiten.
Spenden und Sponsorings
Vom Westfalen-Jubiläum bis zu finanzieller Bildung – Sparkassen fördern die Region
Die Sparkassen in Westfalen‑Lippe und ihr Verband sind täglich nah am Leben der Menschen vor Ort. Sie bieten nicht nur stabile Finanzdienstleistungen, sondern engagieren sich aktiv für das Gemeinwohl. Auf diese Weise tragen sie zugleich zur wirtschaftlichen Stärke und zur sozialen Attraktivität der Region bei – ein zentrales Prinzip der über 200‑jährigen Sparkassen‑Idee.
Engagement 2025
Allein im Jahr 2025 haben die Sparkassen in Westfalen‑Lippe 137,9 Mio. Euro gespendet, gestiftet oder an kommunale Träger weitergeleitet. Das Förderportfolio ist breit gefächert und umfasst:
- Kultur – von Ausstellungen über Theater bis zu Musik‑ und Literaturprojekten
- Sport – Unterstützung von Breitensport-Initiativen und Nachwuchsförderung
- Soziales – Förderung sozialer Einrichtungen, Bildungsangebote und gemeinnütziger Projekte
- Wirtschaft – Hilfe für Unternehmensgründungen, Innovationen und den Ausbau regionaler Infrastruktur
Durch diese vielfältigen Aktivitäten ermöglichen die Sparkassen Teilhabe und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl in Westfalen‑Lippe.
Highlights aus dem Jahr 2025
- Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster
Das von den Sparkassen in Westfalen-Lippe und weiteren Stiftern errichtete Museum widmet sich den wichtigsten Vertretern der Klassischen Moderne und den Weggefährten Picassos. Am 9. Oktober 2025 feierte es sein 25‑jähriges Bestehen. Seit der Eröffnung begeisterten rund 150 Ausstellungen über 1,8 Millionen Besucherinnen und Besucher. Das Picasso-Museum ist fest in der westfälischen Kulturlandschaft verankert.
- Jubiläum Westfalen – 1.250 Jahre
Das Jubiläum stand für Gemeinschaft, Tradition, Fortschritt und Verlässlichkeit. Das begleitende Kulturprogramm wurde unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier gestaltet.
- Planspiel Börse – 42. Spielrunde
35 westfälisch lippische Institute haben in der Spielrunde über 9.600 Teilnehmende betreut. Das Planspiel ist ein wichtiger Baustein der finanziellen Bildung und bietet insbesondere Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden die Möglichkeit, spielerisch traditionelle sowie nachhaltige Anlagestrategien zu erproben.
- „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“
Seit mehr als 50 Jahren richtet sich dieser Wettbewerb an sportinteressierte Schülerinnen und Schüler. Die Initiative lädt junge Menschen ein, sich in 26 olympischen und paralympischen Sportarten auszuprobieren und in einem Wettbewerb gegeneinander anzutreten.
Durch dieses umfassende Engagement zeigen die Sparkassen in Westfalen‑Lippe, wie Finanzdienstleistung und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen – zum Nutzen aller Menschen in der Region.
Quelle/Foto: Copyright © Besim Mazhiqi
Quelle/Foto: S-Com / getty